Prada
Miuccia Prada wurde 5. Mai 1949 in Mailand geboren.
Nach ihrer Schulausbildung studierte Miuccia Prada Politikwissenschaft in Mailand; ihr Studium schloss sie mit der Promotion ab. Im Anschluss daran genoss sie eine fünfjährige Schauspiel- und
Pantomimenausbildung bei Giorgio Strehler am Mailänder Piccolo Teatro. 1977 übernahm Prada als 28-Jährige das Familiengeschäft zur Herstellung von traditioneller Lederware in Mailand.
Das Unternehmen PRADA war 1913 von ihrem Großvater gegründet und dann von ihrer Mutter weitergeführt worden. 1980 kam Prada mit einer neuen Kollektion Handtaschen an die Öffentlichkeit. Die
unbeschrifteten, in kunstvoller Ausführung hergestellten Handtaschen in schwarzem Nylonmaterial wurden ein Modeschlager. Die Handtaschen von Prada wurden nicht nur von den Catwalk-Models
getragen, sondern auch von den Moderedakteuren.
Im Jahr 1989 präsentierte Prada ihre Prêt-à-Porter-Herbst/Winterkollektion, die von den Kritikern gefeiert wurde. Sie zeichnete sich aus durch einen schlichten Stil in minimalistischer Ausführung
und stand ganz im Gegensatz zu den üppigen Ausstattungen anderer Marken. Ihr Stilcharakter zeigte den "bad taste", der besonders von den Stoffmustern getragen wurde.
Prada erprobte dabei die Mischung aus lichtdurchlässigem Latex, Plastik und Satin, versetzt mit Bruchstücken von Spiegeln und Filmstreifen. Die gewöhnungsbedürftigen Entwürfe assoziierten mit
Tischdecken aus Plastik der 1950er Jahre. Die zahlreichen Nachahmungen bestätigten den Erfolg dieses eigenwilligen Stils. 1980 heiratete Prada den Gürtelfabrikant Patrizio Bertelli; daraus
entwickelte sich eine sehr erfolgreiche geschäftliche Verbindung. Aus der Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen.
Im Jahr 1992 erweiterte Prada ihr Modeangebot und gründete das Label Miu Miu, das ihren Spitznamen trägt. Es ist ein Einsteigerlabel in der preiswerteren Kategorie und orientierte sich an den
frühen Kleiderstil der Hippies mit natürlichen Materialien und Farben. Im Jahr darauf, 1993, wurde Prada mit der internationalen Auszeichnung "Council of Fashion Designers of America" geehrt. Den
Preis erhielt sie für ihre klare Entwurflinie, ausgezeichnete Materialqualität und exzellenter Ausführung in Handarbeit.
Im Jahr 1994 zeigte Prada erstmals in einer Show in New York ihre Modeschöpfungen. In dieser Zeit eröffnete sie auch eine Boutique in London. Eine effektive Verwaltung der Geschäfte, Entwürfe von
Raffinesse und Eleganz machten Prada zur italienischen Modezarin. Aus dem großväterlichen Produktionsbetrieb für traditionelle Lederwaren hatte sie eine internationale Luxusmarke geschaffen, die
Kultstatus erlangte.
In den 1990er Jahren übernahm Prada hohe Schulden, um das finanziell angeschlagene Unternehmen "Fendi" zu übernehmen. Man teilte sich den Aktienanteil an Fendi mit Louis Vuitton Moët Hennesy
(LVMH). Prada gelang es nicht, das defizitäre Fendi-Unternehmen in die Gewinnzone zu steuern und verkaufte den Aktienanteil an LVMH. Prada konnte sich finanziell von diesem Abenteuer nicht
erholen und ging darauf selbst im französischen Luxusgüterkonzern LVMH auf.
Die "Fondazione Prada", ein Projekt von Miuccia Prada und Patrizio Bertelli, stellt seit 1995 jährlich zwei zeitgenössische Künstler mit Ausstellungen in Mailand vor. 2003 erschien der Roman "Der
Teufel trägt Prada" und 2006 der darauf basierende Kino-Film "Der Teufel trägt Prada".
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